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Daegu: Koreas unterschätzte dritte Stadt

1. November 20258 Min. Lesezeit

Daegu erscheint selten auf Touristenplänen, und genau deshalb ist es interessant. Koreas drittgrößte Stadt (2,4 Millionen Einwohner) bietet die traditionelle Marktkultur, die das modernisierte Seoul verliert, ausgezeichnete Tempel in den umliegenden Bergen und das Erlebnis des Reisens, wo Ausländer ungewöhnlich sind. Wenn Sie den koreanischen Alltag sehen wollen statt Touristen-Korea, liefert Daegu.

Seomun-Markt und traditioneller Handel

Der Seomun-Markt ist einer der größten traditionellen Märkte Koreas – und er funktioniert als echter Markt, nicht als Touristenattraktion. Drei Hauptgebäude plus umliegende Straßen verkaufen alles von Stoffen (Daegus historische Industrie) bis zu Essen, Kleidung und Haushaltswaren. Der Nachtmarkt, der abends am Nordrand des Marktes betrieben wird, bietet Street Food in konzentrierter Form. Napjarhan Mandu (flache Teigtaschen) sind eine Daegu-Spezialität. Die Atmosphäre ist lokal und lebendig. Dongseongno ist das zentrale Einkaufs- und Unterhaltungsviertel – Fußgängerzonen, Kaufhäuser, junges Publikum. Es ist, wohin Daegu-Bewohner für kommerzielle Unterhaltung gehen. Der Kontrast zum Seomun-Markt zeigt die Bandbreite der Stadt. Die Kim-Kwang-Seok-Straße erinnert an einen geliebten Folksänger mit Wandgemälden und Musik. Es ist eine der wenigen touristenorientierten Entwicklungen Daegus, aber die Gasse hat echte Atmosphäre.

Bergtempel

Der Berg Palgongsan nordöstlich von Daegu beherbergt mehrere Tempel und die berühmte Gatbawi-Statue – eine große Buddha-Skulptur, die angeblich Wünsche erfüllt. An Wochenenden stellen sich Koreaner vor Morgengrauen an, um vor ihr zu beten. Der Donghwasa-Tempel am Palgongsan ist bedeutend und aktiv, weniger touristisch als Tempel näher an Seoul. Der 33 Meter hohe steinerne Buddha ist der größte Koreas. Tempelaufenthalts-Programme werden hier angeboten. Der Apsan-Park, direkt südlich der Innenstadt, bietet leichteres Wandern mit Stadtblick. Seilbahnen erreichen die höheren Punkte. Kriegsdenkmäler auf dem Gipfel gedenken der Verteidigung Daegus im Koreakrieg. Die umliegenden Berge hielten das Daegu-Becken im Sommer heiß – es ist eine der heißesten Städte Koreas. Frühling und Herbst sind die bevorzugten Besuchszeiten.

Daegus einzigartiger Charakter

Yangnyeongsi ist ein traditioneller Kräutermedizin-Markt, der seit über 350 Jahren betrieben wird. Es ist der größte in Korea. Auch ohne Medizin zu kaufen ist ein Spaziergang durch den Markt und das Riechen der Kräuter ein Erlebnis. Daegus Geschichte umfasst bedeutende Orte der Unabhängigkeitsbewegung. Die 2.28-Gedenkhalle erinnert an Studentenproteste 1960, die der April-Revolution vorausgingen. Es ist keine Touristenattraktion, aber bedeutsam für das Verständnis der koreanischen Demokratie. Die Stadt ist bekannt für Äpfel (Daegu bedeutet 'großer Hügel'), Textilien (historisch die dominierende Industrie) und schöne Menschen (ein koreanisches Stereotyp über Daegu-Einheimische). Sie war Gastgeberin der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2011. Englisch ist hier weniger verbreitet als in Seoul oder touristischen Zielen. Grundlegende koreanische Phrasen helfen erheblich. Der Kompromiss ist echte Interaktion ohne die Touristen-Service-Schicht.

Anreise und Fortbewegung

Der KTX von Seoul braucht etwa 1,5 Stunden zum Bahnhof Dongdaegu. Der neue Bahnhof Daegu bedient langsamere Züge und liegt näher am Seomun-Markt. Daegus U-Bahn-System hat drei Linien, die das Stadtzentrum und wichtige Attraktionen abdecken. Es ist sauber und effizient. Im Zentrum funktioniert Gehen gut. Seomun-Markt, Dongseongno und Downtown-Attraktionen sind gehäuft. Für Tempel sind Busse oder Taxis nötig. Eine Übernachtung lässt Sie den Nachtmarkt, Morgenmärkte und Bergtempel ohne Eile erleben. Ein voller Tag ist Minimum; zwei Tage ermöglichen bequemes Erkunden.

Fazit

Daegu bietet, was in Koreas Großstädten zunehmend selten wird: ein authentisches urbanes Erlebnis, das nicht für Touristen gestaltet ist. Die Märkte fühlen sich wie Märkte an, die Tempel fühlen sich wie Tempel an, und die Menschen sind neugierig auf ausländische Besucher, weil sie ungewöhnlich sind. Es wird für diejenigen, die berühmte Attraktionen suchen, nicht das Highlight Koreas sein, aber es belohnt diejenigen, die sehen wollen, wie Koreaner wirklich in einer Großstadt leben. Der KTX macht es zu einer einfachen Ergänzung jedes Korea-Reiseplans.

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